Wie lege ich 500.000 Euro am besten an?

Wie lege ich 500.000 Euro am besten an?


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Einleitung: Ziele und Risikoneigung

Bevor Sie in die Welt der Investments eintauchen, ist es wichtig, Ihre finanziellen Ziele und Ihre Risikoneigung zu definieren. Diese Überlegungen helfen Ihnen, die passende Anlagestrategie zu wählen und sorgen dafür, dass Sie sich mit Ihren Entscheidungen wohlfühlen. Davor Horvat betont in seinem Video, dass die persönliche Risikobereitschaft und die Anlageziele entscheidend sind, um die richtige Strategie zu entwickeln.

Ziele: Überlegen Sie sich, was Sie mit Ihrem Kapital erreichen möchten. Möchten Sie langfristig Vermögen aufbauen, regelmäßige Einkünfte generieren oder einfach nur Ihr Kapital sicher anlegen? Klar definierte Ziele sind der erste Schritt zu einem erfolgreichen Investmentplan.

Risikoneigung: Jeder Anleger hat eine unterschiedliche Risikobereitschaft. Während einige hohe Risiken für potenziell höhere Renditen eingehen, bevorzugen andere sichere Anlagen mit stabilen Erträgen. Ihre persönliche Risikoneigung sollte immer im Einklang mit Ihrer Anlagestrategie stehen.

Anlageoptionen im Detail

1. Tagesgeld und Festgeld

Tagesgeld: Eine flexible und sichere Option, die jederzeit verfügbar ist. Besonders geeignet als Liquiditätsreserve. Allerdings sind die Zinsen oft niedrig und liegen unter der Inflationsrate.

Festgeld: Bietet höhere Zinsen als Tagesgeld, erfordert aber eine feste Laufzeit. Ideal für Gelder, die nicht kurzfristig benötigt werden. Beide sind bis zu 100.000 Euro pro Bank gesetzlich abgesichert, was bedeutet, dass Sie bei 500.000 Euro Ihr Geld auf mehrere Banken verteilen sollten.

Interessante Alternative: Falls Sie wirklich einen Großteil der Summe besonders sicher und flexibel anlegen wollen, kann sich auch lohnen ein Portfolio von Anleihen-ETFs im Short- und Ultra-Short Bereich aufzusetzen. Dies fordert zwar etwas mehr Kenntnisse, macht es aber überflüssig, die Bonität und die sich meist verändernden Konditionen und teilweise Lockangebote der Banken ständig im Blick zu behalten.

 

2. Aktien und ETFs

Aktien: Hohe Renditechancen, aber auch hohes Risiko. Geeignet für langfristige Anleger, die Kursschwankungen aushalten können. Einzelaktien sind zudem nur zu empfehlen, wenn Sie eine große Affinität zu Wirtschaftsthemen verspüren und sich eingehende Gedanken zum Thema Bewertung und Aussichten einzelner Branchen und Unternehmen machen möchten. Wahlweise können Sie damit auch einen Spieltrieb stillen.

ETFs: Bieten Diversifikation und geringere Kosten. Ideal für Anleger, die eine breite Streuung wünschen und weniger Risiko eingehen wollen. Von Vorteil ist die Vermeidung des Totalverlustrisikos aufgrund der Verwahrung er Fondsanteile im rechtlich besonders geschützten Sondervermögen.​ Sinnvoll eingesetzt, lassen sich mit ein paar wenigen ETFs effizient die Gewinne der weltweiten Wirtschaft abschöpfen, die langfristig bei um die 8 Prozent pro Jahr liegen.

3. Anleihen

Stabilere Erträge und weniger Volatilität als Aktien. Sie bieten regelmäßige Zinserträge und sind gut für sicherheitsorientierte Anleger. Allerdings oft mit geringerer Rendite, besonders in Niedrigzinsphasen​. Aktuell machen die laufenden Erträge aufgrund des scharfen Zinsanstiegs in 2022/2023 wieder Spaß. Anleihen hoher Bonität und kurzer Laufzeit eignen sich als stabile Reserve auch in schwierigen Börsenzeiten. 

4. Edelmetalle

Gold und Silber bieten Schutz vor Währungsschwankungen und Inflation. Sie sind spekulativ und sollten nur einen kleinen Teil des Portfolios ausmachen, da sie keine laufenden Erträge bieten​. Eine Erweiterung um Platin und Palladium kann erwogen werden. Beachten Sie, dass es durchaus Unterschiede bei der Praktikabilität und Krisenschutz gibt, zwischen physischem Handbestand bspw. im Tresor, der Einlagerung in einem Hochsicherheitslager oder der „digitalen“ Verwahrung im Depot über einen Exchange Traded Commodity (ETC). Dazu später mehr in einem gesonderten Blogbeitrag.

5. Immobilien

Bieten regelmäßige Mieteinnahmen und langfristige Wertsteigerungen. Erfordern jedoch eine sorgfältige Auswahl und Verwaltung. Soll es sich um eine reine Kapitalanlage handeln, sollten Sie hier professionelle Unterstützung heranziehen. Immobilien können eine stabile Einnahmequelle im Ruhestand sein​, wenn die Lage eine langfristige Vermietung zu marktgerechten Mieten erwarten lässt.

Wenn Sie aktuell einem hohen Einkommenssteuersatz unterliegen, gibt es zudem verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten, um Sonderabschreibungen steuerwirksam zu nutzen. Dies gilt insbesondere auch, wenn Sie auf dem Dach oder anderen Flächen ein Investment in Photovoltaik ergänzen können.

6. Kryptowährungen

Sehr volatil, aber mit hohem Renditepotenzial. Eine kleine Allokation kann das Rendite-Risiko-Profil des Portfolios verbessern. Eignen sich für risikofreudige Anleger, die offen für Innovationen sind. Ein weiterer Vorteil ist in der Unabhängigkeit vom klassischen Finanzsystem zu sehen.

7. P2P-Kredite

Ermöglichen direkte Investitionen in Kredite von Privatpersonen oder Unternehmen. Bieten attraktive Zinserträge, aber auch ein höheres Ausfallrisiko. Sollten nur einen kleinen Teil des Portfolios ausmachen​ und auf eine gewisse Risikostreuung sollte geachtet werden.

 

Fazit

Ein Investment von 500.000 Euro sollte gut durchdacht und diversifiziert sein. Eine Mischung aus sicheren Anlagen wie Tages- und Festgeld, renditestarken Optionen wie Aktien und ETFs, und spekulativen Anlagen wie Edelmetallen und Kryptowährungen kann helfen, das Risiko zu streuen und gleichzeitig attraktive Renditen zu erzielen. Je nach Anlagehorizont, kann ein Teil als Eigenkapital für eine vermietete Immobilie eingebracht werden, die nach 10Jahren steuerfrei veräußert oder über die Mieteinnahme Ihre Rente aufbessern kann.

Bevor Sie investieren, sollten Sie Ihre Ziele und Ihre Risikoneigung klar definieren und bei Bedarf einen Finanzberater konsultieren, um die beste Anlagestrategie für Ihre individuellen Bedürfnisse zu finden.